Täufer setzen Zeichen gegen Ausgrenzung

1. Mai 2012 - Unter dem Thema «Hände reichen über Grenzen» treffen sich vom 17. bis am 20. Mai 2012 in Sumiswald über 800 Personen aus 37 Ländern zur Mennonitischen Europäischen Regionalkonferenz MERK 2012. Der täuferisch-mennonitische Kongress will Impulse zu versöhnlichem und sozialdiakonischem Wirken geben und damit Zeichen gegen Ausgrenzung setzen.

Mit einem vielfältigen Programm dient die MERK 2012 dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch, der Begegnung und der gegenseitigen Inspiration und Ermutigung. Neben Plenarveranstaltungen, in denen die Gemeinschaft und das gemeinsame Feiern im Zentrum stehen, werden verschiedene Ausflüge und Workshops angeboten. Die Inhalte der Workshops reichen von Konflikttransformation und interreligiöser Dialog über Sozialdiakonie und nachhaltiges Wirtschaften bis zu Bibelarbeiten und gemeinsames Singen.  «Die MERK 2012 will ermutigende Impulse geben, wie wir als Christen versöhnlich und sozialdiakonisch wirken und so unsere Hände über Grenzen reichen können» erklärt Jürg Rindlisbacher, Programmverantwortlicher der MERK 2012. Die Konferenz solle zudem dazu anleiten, die nötige Kraft aus der Beziehung zu Gott zu schöpfen, in Gottesdiensten, Gebet und Stille.

Hygienekessel und Schulsets für Roma in Serbien und Albanien

Während der Konferenz wird eine Sammelaktion für Romas in Serbien und Albanien durchgeführt. Die Nothilfegruppe der Schweizerischen Mennonitischen Mission SMM hat die MERK-Teilnehmenden eingeladen Material für Hygienekessel und Schulsets sowie Unterwäsche und gestrickte Socken nach Sumiswald zu bringen. Während der Konferenz wird das Material abgepackt und zum Abtransport bereitgestellt. Die Aktion will die Romas in ihrem eigenen Land unterstützen und ihnen etwas Würde und Menschlichkeit schenken.

Austragungsort mit täufergeschichtlicher Bedeutung

Die MERK, welche alle sechs Jahre in einem anderen europäischen Land durchgeführt wird, findet 2012 im Forum Sumiswald statt. Für die diesejährige Ausgabe sei Sumiswald  nicht zuletzt wegen der täufergeschichtlichen Bedeutung der Region Emmental als Austragungsort gewählt worden, sagt Markus Rediger, Leiter der MERK 2012: «Das Emmental steht aus täuferisch-mennonitischer Sicht für eine oft belastende und trennende Vergangenheit. Nach dem Täuferjahr 2007 wollen wir ein weiteres  Zeichen der Gemeinschaft setzen mit unserem Glaubenszeugnis, das Grenzen öffnet und Hände ausstreckt.»

Die MERK 2012 startet am Donnerstag, 17. Mai mit einem öffentlichen Gottesdienst, zu dem auch Vertreter der Kirchen und Behörden aus der Region eingeladen sind.